Qualitätsentwicklung in Frankfurter Mitgliedseinrichtung
LAG - Freie Kinderarbeit Hessen e.V., Anita Bastian-Störk und Constanze Brucker, im Gespräch mit dem Geschäftsführer der Mainkrokodile, Dr. Bernd Niedergesäß.

LAG: Eure Einrichtungen befinden sich zur Zeit in einem Qualitätsentwicklungs (QE)-Prozess. Könnt Ihr darstellen seit wann und für wie lange, nach welchem Modell und evtl. mit welcher Moderation dieser Prozess geplant ist?

Mainkrokodile: Wir gehen nach dem Modell des Kronberger Kreises vor. Er wird von Anne Kebbe moderiert und ist auf zwei Jahre projektiert. Begonnen wurde im Frühjahr 2001. Davor haben wir uns mit verschiedenen Modellen der QE befasst und auf Vertreter der einzelnen Modelle gehört.

LAG: Welche Beweggründe hattet Ihr bzw. die Einrichtung, einen QE-Prozess einzugehen? Warum fiel die Entscheidung auf dieses Modell?

Mainkrokodile: Der Ausgangspunkt war der Wunsch der MitarbeiterInnen und der Geschäftsführung, den jährlich stattfindenden Prozess der Weiterentwicklung des Konzepts in einen Rahmen zu stellen. Eine Auswahl eher unsystematisch aufgegriffener Themen für die Fortbildungstage konnte so besser in einem Gesamtprozess integriert werden.

LAG:Welche Ziele hattet Ihr zu Beginn des Prozesses?

Mainkrokodile: In dem Prozess, in dem neben den MitarbeiterInnen und der GF auch Eltern und Kinder einbezogen sind, wurden gemeinsame Ziele festgelegt. Wichtig waren:
  • MitarbeiterInnen-Zufriedenheit,
  • Eltern-Zufriedenheit,
  • Konzeptpräzisierung,
  • ein klares Profil und
  • eine noch bessere Positionierung der Mainkrokodile am Markt.


  • LAG: Was ist bisher geschehen? Haben sich die Ziele verändert?

    Mainkrokodile: Es wurden sehr differenzierte Eltern-, MitarbeiterInnen-, und Kinderbefragungsbögen entwickelt. Befragungen wurden durchgeführt und teilweise außer Haus ausgewertet. Die Ergebnisse haben wir vorgestellt und diskutiert, veränderbare von schwer oder nicht veränderbaren Bedingungen unterschieden und die Veränderungsmöglichkeiten näher diskutiert und teilweise schon angegangen. Es erfolgte ein gegenseitiges Feedback aller Gruppen über die Einschätzungen und den Stand der bereits erfolgten Veränderungen. In einer Konzeptgruppe werden TeamvertreterInnen aller Kindergruppen und Geschäftsführung das Konzept neu fassen, um damit klare Vorgaben für Gruppenkonzepte und die tägliche Arbeit geben zu können.

    LAG: Wer ist an dem Prozess im Einzelnen beteiligt?

    Mainkrokodile: Eltern wurden an einem QE-Nachmittag nach ihren Zielen befragt. Sie waren an der Erstellung des Fragebogens beteiligt und ihnen wurden die Ergebnisse präsentiert und der Stand der bereits erfolgten und der noch geplanten Veränderungen mit ihnen kommuniziert.
    Mit Kindern wurden kleine Interviews gemacht. Eine Auswertung dessen ist erfolgt. Die Präsentation der Ergebnisse bei den Kindern steht noch aus.

    LAG: Wie ist die Stimmung im Hause bezüglich der QE? Was sagen die Beteiligten zu den zusätzlichen Arbeiten und Belastungen?

    Mainkrokodile: Der Prozess hat viele Energien freigesetzt. Bereits die Zusammenarbeit bei der Erstellung der Fragebögen war Teil des Veränderungsprozesses. Die Bewertung der Verhältnismäßigkeit von Aufwand und Ertrag steht noch aus. Sie wird bei der Diskussion um die Verstetigung des Prozesses erfolgen.

    LAG: Könnt Ihr von Auswirkungen der QE auf die Alltagsarbeit berichten? Welche Veränderungen sind zu verzeichnen?

    Mainkrokodile: Bisher bestanden die Auswirkungen eher in einer Sensibilisierung für die Bedürfnisse in den anderen Gruppen. Sichtweisen und Bewertungen wurden bewusst gemacht und somit vieles auf den Weg gebracht. Mit den Eltern wurde das Modell des Runden Tisches (Eltern, MitarbeiterInnen und GF) ausgebaut.

    LAG: Der QE-Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Was habt Ihr noch vor?

    Mainkrokodile: Es geht weiter mit dem gemeinsamen Prozess der Reflexion und die Systematisierung und Dokumentation der Ergebnisse.

    LAG: Was wird geschehen, wenn der Prozess beendet ist?

    Mainkrokodile:Eine Verstetigung des Prozesses: Zum Beispiel eine jährliche Befragung mit abgespeckten Fragebögen, ein jährlicher QE-Tag und Pinwände, an denen der Stand der Veränderungsprozesse ständig visuell ersichtlich wird.

    LAG: Was ratet Ihr interessierten Einrichtungen?

    Mainkrokodile: Anfangs besteht die Gefahr, dass Kinderarbeit - um die es letztendlich geht - etwas aus dem Blick gerät. Im Prinzip gibt es keine Rezepte. Jeder muss den Prozess nach den Eigentümlichkeiten der Einrichtung gestalten.

    LAG:Vielen Dank für Eure Beiträge.Die LAG wünscht Euch weiterhin gutes Gelingen für Euer Vorhaben.

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